Mein Leben

 

Von Geburt an bis Heute ...

Mein (bisheriges) Leben zu dem auch die BfGT Bürger für Gütersloh gehören …

1951 wurde ich im Jahre des Herren in Bad Segeberg, Schleswig Holstein, geboren. Mein Name „Norbert“ kommt übrigens aus dem nordischen und bedeutet sinngemäß "glänzende Kraft" oder "Licht des Nordens". Meine Eltern wohnten direkt unter dem Kalkbergfelsen, auf deren Gelände die Karl-May-Festspiele stattfinden. Die Legende erzählt, dass mich meine Mutter in einer Statistenrolle vom Pferd verloren haben soll und ich als kleiner Indianer bereits den Kampf der indianischen Völker um Freiheit und Gerechtigkeit mitbekommen haben. Leider ging das Leben an den Lagerfeuern schnell zu Ende, denn im Norden gab es zu der Zeit kaum Arbeit und so wurden meine Eltern 1953 in das ostwestfälische Gütersloh umgesiedelt.

Dort fand ich mit 2½ Jahren meine zweite und derzeitige Heimat. Die so genannten „Reichsbundblocks“ am Südring gaben uns ein Dach über den Kopf und Mutti fand in der Frottierweberei Vossen, Papa bei Draht Wolf Arbeit. Unter dem Ulmen gab es damals einen Kindergarten, in dem ich meine ersten sozialen Kontakte knüpfen konnte.

1958 die Einschulung. Die Volksschule Kattenstroth, heute Paul-Gerhardt-Schule, lag nur wenige Meter von unserem Zuhause entfernt, sodass ich keine Probleme hatte, die reich gefüllte Schultüte zu tragen.

Nachdem ich Lesen, Rechnen, Schreiben und andere Dinge gelernt hatte, wollte ich mich weiterbilden. Welche Schulform, darf’s denn sein? Meine Eltern und ich entschieden uns für die Realschule, denn dort sollte man ja „mittelmäßig reifen“. Würde reichen, dachte ich. Meine ersten „Reifejahre“ verbrachte ich dann ab 1963 in der Städtischen Mädchenrealschule (heute Elly-Heuss-Knapp-Realschule) an der Wiesenstraße. Die Knabenrealschule war überfüllt und so wurden 16 Jungs bei ca. 600 Mädchen und jungen Damen einquartiert. Was da los war, kann sich jeder vorstellen. Vom Lehrkörper wurden wir auf irgendeine Art und Weise bevorzugt, nett behandelt und von den Mädels … na ja, der Genießer schweigt.

Nach 1½  Jahren war es leider vorbei, wir mussten traurig die Schule der Glückseeligkeit verlassen und im Frühjahr 1965 auf die Städtische Knabenrealschule wechseln. Der Begriff „harte Schule“ war für das Verhalten einiger Lehrer noch eher schmeichelnd. Heute ist das kaum noch vorstellbar. Auch unsere Zensuren gingen im Schnitt um zwei Noten in den Keller. Wir waren halt verwöhnt und einen Umgang dieser Art nicht gewohnt. Alle guten Dinge sind drei und 1966 wurde die Städtische Dritte Realschule, heute Geschwister Scholl-Realschule eröffnet. Und wer dufte wieder einmal umziehen? Dort jedenfalls ging es humaner zu, als im roten Backsteingebäude an der Hohenzollernstraße. 1968 der Abschluss: die Mittlere Reife mit einem durchschnittlichen Ergebnis.

Der Einstieg ins Berufsleben stand bevor. Kaum jemand wird glauben, dass ich mich für eine Tätigkeit in der Stadtverwaltung oder bei der Sparkasse interessierte. Doch letztendlich ich entschied mich für eine Ausbildung als Industriekaufmann im Bertelsmann-Konzern. Diese Ausbildung prägte auch mein weiteres Leben. Ich wurde Vorsitzender des Bertelsmann-Schul-Club, organisierte Kultur- und Discoveranstaltungen, wurde Sprecher der Jugendvertretung. Aufgrund guter Leistungen konnte ich die Lehrzeit nach bereits 2½ Jahre beenden und wurde Anfang 1971 von der Ariola-Eurodisc (heute Sony-BMG) übernommen. Zuständig für die Disposition und den Aufbau des Importservices (Schallplatten, die nicht in Deutschland veröffentlicht wurden).

1972, der Wechsel zur EMI-Electrola in Köln, einem der weltgrößten Musikkonzerne. Im Bereich „International-Artist-Promotion“ betreute ich die internationalen Stars und koordinierte Rundfunk und Fernsehauftritte sowie Presseinterviews im Rahmen ihrer Deutschlandtourneen. Stars wie Tina Turner, Paul McCartney, Pink Floyd, Deep Purple, und viele Andere gehörten damals zu den von mir betreuten Künstlern. Zu der Zeit lernte ich auch die Dubliners kennen und betreute im Weiteren ihre Tourneen. Zum 10jährigen Jubiläum des Gütersloher Folkclubs gaben sie ein kostenloses Gastspiel.

Aufgrund der vorhandenen Kontakte zu den großen deutschen Konzert- und Tourneeveranstaltern machte ich mich nach 1½  Jahren selbstständig. Im heimischen Gütersloh eröffnete ich Mitte 1973 in der Hohenzollernstraße den „Musikladen“, von dem noch heute viele sprechen. Die „noa-Konzertagentur - Nobby Morkes & Friends“ wurde zeitgleich mit einem Veranstaltungsmagazin für Ostwestfalen „Tips“ gegründet.

Das erste Konzert fand in der ausverkauften Aula des Städtischen Gymnasiums in der Schulstraße statt. Spencer Davis erfreute zwar die Besucher, doch nicht die Schulverwaltung. 6000 DM Sachschaden hinterließen die zumeist englischen Fans. Ein halbes Jahr Hallenverbot  ließ mich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Konzerte in der Sporthalle an der Wiesenstraße folgten. Auf den Bretterbühnen des Gerüstbaus Böhmer gaben sich die Stars die Mikrofone in die Hand. Udo Lindenberg, Status Quo, Mahalia Jackson, Insterburg & Co., Caravan & Renaissance und viele, viele andere. Unvergessene Konzerte, von denen viele Gütersloher noch heute sprechen. Die Agentur wurde größer, Betriebs- und Stadtfeste (in Gütersloh z. B. die legendären City-Treffs) wurden organisiert. Das Einzugsgebiet für Konzerte reichte von Dortmund, Münster bis nach Osnabrück, Ostwestfalen inbegriffen.

1984 durfte ich am 18. März im Rahmen eines Konzertes mit Champion Jack Dupree die Fotografin Susanne Clemens kennenlernen. Das Datum war zwischen uns umstritten. Für Susanne zählte ein Tag im Juni, als wir uns körperlich zum ersten Mal noch näher als zwei verliebte Küssende kamen. Für mich zählte einfach nur das Datum, an dem ich sie zum ersten Mal sah und ansprach. 

1988 erhielt ich von der staatlichen sowjetischen Kulturbehörde ein Angebot, mit Kulturkollektiven in Moskau zu arbeiten. Glasnost und Perestroika waren im Anflug.

Da die Durchführungen von Konzertveranstaltungen immer mehr zum „Schreibtischjob“ wurden und somit auch die Kreativität entzogen wurde, kam das russische Angebot zur rechten Zeit. Aus der Konzertagentur wurde ein Tournee-, PR und Managementbüro, das bundesweit mit mehreren Partnern arbeitete.

Viele Reisen in die damalige Sowjetunion und der nachfolgenden Russischen Förderation Russland brachten neue Kontakte und zugleich Herausforderungen. Auf Einladung des Verteidigungsministerium betreuten wir z. B. die Deutschlandtourneen des „Marinechors der Schwarzmeerflotte“. Durch diese Zusammenarbeit erfolgten weitere Kontakte, die nach dem Zerfall der Sowjetunion auch in Staaten wie Belarus, Ukraine und Kasachstan fortgesetzt wurden.

Vier Jahre arbeitete ich mit Orchestern (Leningrader Symphoniker), Chören, Theatern, Ballet (Nadja Pavloa) und Solisten aus Klassik und Pop zusammen. Auch der russische Modezar Slava Zaitsev, der Privat-Designer von Raissa Gorbatschowa, gehörte zu meinen Partnern. Die Kinderhilfe Tschernobyl wurde intensiv unterstützt, und so landete durch meine Beziehungen zum Verteidigungsministerium zum ersten Mal eine russische Militärmaschine mit Tschnernobyl-Kindern und Künstlern aus Weißrussland auf dem damaligen Nato-Flughafen in Gütersloh.

1990 begann die Zusammenarbeit mit dem weltberühmten Prager Theater Laterna magika. Nach dem gegenseitigen „Beschnuppern“, erhielt ich 1992 das Angebot, das Management und die Agenturtätigkeit in den deutschsprachigen Ländern zu übernehmen. Die Verträge mit den sowjetischen bzw. russischen Kollektiven ließ ich auslaufen und widmete mich intensiv dem Theatermanagement. Als Agent und auch Produzent in Zusammenarbeit mit dem Kulturprojekt der Europäischen Union „Culture 2000“ erschlossen sich neue Möglichkeiten, sodass die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem bekanntesten tschechischen Theater auch noch heute anhält.

1993 die Hochzeit. Am 11.11. um 11.11 Uhr heiraten die Fotografin Susanne Clemens und ich. Das Hochzeitsessen gab es bei Jürgen Hallmann. Die Gütersloher werden sich gerne an die wirklich einmalige Wurstbraterei auf dem heutigen Kolbeplatz erinnern. Erna und ihre legendäre Currywurst entweder mit Kakao oder Rhabarbersaft.

1996 wurde Felix, der Glückliche geboren. Doppelnamen wurden seitens der Stadt nicht akzeptiert und so schlugen wir dem Standesamt ein Schnäppchen. Felix erhielt Susannes Nachnamen als zweiten Vornamen und heißt seitdem Felix-Clemens Morkes.

2000

4 Jahre nach Felix kam Lara zur Welt. Der Vorname stammt aus einem meiner Lieblingsfilme "Doktor Schiwago - Lara's Theme". Auch bei Lara ging es darum, Susanne Familiennamen zu erhalten. Ihr zweiter Vorname wurde Clemence und alle waren glücklich. Auch die Opas Hans + Otti sowie die Omas Elisabeth + Nore freuten sich über das neue Enkelkind.

2003

Einschneidend war für mich der Tod meines Vaters. Er starb wenige Tage nach seinem 85. Geburtstag am 18. Dezember. Ich habe mehr als ein Jahr gebraucht, um dieses traurige Erlebnis zu verkraften.

Meine Mutter lebt heute noch hat mit ihren 94 Jahren bereits für das kommende Jahr zwei Monate Mallorca optioniert. Dort verbrachten meine Eltern seit ihrer Silberhochzeit regelmäßig die Wintermonate. In unserem Haus ist Leben und dieses Leben hält auch meine Mutter jung und fit. Möge es noch lange so bleiben.

2011 Im Mai erhielten wir die Diagnose  Bauspeicheldrüsenkrebs bei Susanne. Die Operation am 07. Juli im Bochumer St. Josef-Hospital brachte die bittere Wahrheit: Der Tumor lag zu nah an der Hauptschlagader und konnte nicht entfernt werden. Trotzdem waren wir zuversichtlich, das wir den Feind in ihr besiegen werden.

2012 Noch im Januar waren wir festen Glaubens, den Krebs besiegen zu können. Durch die Chemos konnte der Tumor in Schach egehalten werden, die Werte verbesserten sich. In den Osterferien fuhren wir mit Lara für 14 Tage nach Fuerteventura und feierten dort Susannes 50. Geburtstag. Es sollte unser letzter gemeinsamer Urlaub sein. Am 24.09. starb Susanne. Gekämpft, geglaubt, gehofft, verloren und gegangen …

2013 Aufgrund Susannes Tod habe ich mich bis auf weiteres vom politischen Tagesgeschehen zurückgezogen und werde auch vorläufig nicht mehr an Rats- und Ausschusssitzungen sowie an Beratungen in weiteren Gremien teilnehmen. Ich habe die Fraktion um eine Auszeit gebeten, um Ruhe für mich und vor allem Zeit für die beiden Kinder zu haben. „Jeder sagt, das Leben geht weiter ... jeder sagt: es muss weitergehen ... Doch zwischen "müssen" und "können" liegen Welten ... Ich soll mich nicht vergraben, nicht aufgeben. Doch dazu brauche ich wieder Kraft, die ich zur Zeit nicht mehr habe. Wenn ich es irgendwie hinbekomme, und auch wieder nur ein wenig Energie und Kraft tanken kann, benötige ich diese für vorrangig für unsere Kinder.“ Die Fortführung Susannes beruflichen Lebenswerkes, ihr Fotostudio und die Hochzeitsmesse, sehe ich derzeit vorrangig vor kommunalpolitischen Aufgaben.

2014 Kommunalwahl: Ein riesengroßes Dankeschön an alle, die der BfGT ihre Stimme gaben ... ein ebenso großes und herzliches Dankeschön an alle Pavenstädter, die mich persönlich wählten und somit das Direktmandat ermöglichten ... Zum ersten Mal erzielte die BfGT ein zweistelliges Ergebnis. Über 11%, knapp 2,2% hinzugewonnen ... Mit 6 Sitzen im Rat ist die BfGT - gleichauf mit den Grünen - drittstärkste Kraft in der neuen Ratsperiode ... Danke an alle, die uns gewählt und somit ihr Vertrauen ausgesprochen haben ... Freunde, das war SPITZE !!! Dazu das Direktmandat in Pavenstädt ... Einfach überwältigend ... Danke !!!

Die BfGT Bürger für Gütersloh sind ein Teil meines Lebens, die in dieser Lebensgeschichte nicht fehlen dürfen:

Durch die Kontakte in Prag erwarb ich die Rechte für das Musical „Dracula“, das in der tschechischen Hauptstadt von über 3 Millionen Besuchern begeistert gefeiert wurde. Warum nicht in Gütersloh ein Musical-Theater bauen? Der alte Güterbahnhof wäre ein optimaler Standort gewesen. Nach 1½ Jahren intensiven Gesprächen zwischen Investoren, Verwaltung und Politik erklärten die Investoren Anfang 1998 ihren Rückzug. Während in anderen Städten Projektentwickler mit offenen Armen empfangen wurden, schien in Gütersloh kein Interesse an einem überregionalen Kulturprojekt vorhanden zu sein.

Im „Sanatorium für Wirtschaftssenioren“, wie ich Gütersloh einst bezeichnete, schien kein Platz für Fortschritt und Weiterentwicklung dieser Art zu sein. Das Verhalten von Politik und Verwaltung war ausschlaggebend für die Gründung des Vereins BfGT Bürger für Gütersloh e. V. Es kann nicht sein, dass Projekte verhindert werden, die dem Gesamtwohl der Stadt von Vorteil gewesen, jedoch einigen wenigen Hochkulturinteressierten nicht in ihr Konzept passten. Damit Vorschläge und Anregungen nicht in den Schubladen von Politik und Verwaltung verschwinden, wurde dann im Juni 1999 zusammen mit Freunden die BfGT ins Leben gerufen.

Der Einzug mit zwei Sitzen in den Gütersloher Rat bei den Kommunalwahlen im September war für die etablierten Parteien eine große Überraschung, wenn nicht sogar ein Schock. Da kommt ein langhaariger Veranstalter und will den „heiligen Gral der Entscheidungen“ aufmischen. Chaos und Entertainment waren für die ehrenwerten Ratsmitglieder sowie die Verwaltung vorprogrammiert. Beatrix Greving-Heinrichsmeyer und ich wurden mit Argusaugen beobachtet. Wir überraschten die Politik mit ehrlicher, bürgernaher Politik. Die Mitbestimmung der Bürger durch Bürgerbegehren zum Thema Theaterneubau, Blessenstätte und Ratshausvorplatz war neu, wenn nicht sogar unangenehm für die bis dahin allein bestimmenden Fraktionen im Stadtrat.

Zum ersten Mal konnten und durften Bürger unserer Stadt so richtig mitbestimmen und die BfGT machten ihrem Wahlspruch „Für frischen Wind im Rat – Wir Bürger wollen mitbestimmen“ alle Ehre.

Fünf Jahre später, Kommunalwahlen 2004. Als Bürgermeisterkandidat erreichte ich hinter Maria Unger (SPD) und dem CDU-Kandidaten Brockbals den dritten Platz und erhielt fast doppelt soviel Stimmen wie die Kandidaten der Grünen und der FDP. Bei den Wahlen zum Stadtrat hieß der Sieger: BfGT Bürger für Gütersloh mit über 5% Zuwachs und einer Verdoppelung der Ratsmandate. Die beiden großen, selbsternannten Volksparteien fuhren nicht unerhebliche Verlust ein. Der Wahlsieg ermöglichte auch das Stimmrecht in den Ausschüssen. Die Vertreter der BfGT waren in vielen Entscheidungen das Zünglein an der Waage.

Für die Mehrheit der Fraktionen im Rat waren und sind die BfGT ein Dorn im Auge, ein unbequemer Stachel, den man gerne loswerden wollte.

Die Theaterfrage wurde zum Schicksal der neuen Fraktion. Trotz eines Mitgliederbeschlusses (92% gegen den Theaterneubau und Beibehaltung des bisherigen Kurses – Umbau und somit Erhalt der Paul-Thöne-Halle) erkannten weder Herr Harbaum und Frau Demuth die internen Mehrheitsverhältnisse an und stimmten 2006 für den Neubau. Zeitgleich erhielten sie von der CDU, speziell durch Herrn Kahmen, das Angebot zum Übertritt. Obwohl Frau Demuth die Rückgabe des Mandates an die BfGT schriftlich erklärt hatte, zog sie ihre Zusage zurück und verschaffte der Plattform (CDU + GRÜNE) zusammen mit dem Wechsel von Herrn Harbaum die Mehrheit im Rat der Stadt. Seit dem Wechsel in die CDU-Fraktion ist sie in der Spedition des CDU-Ratsherren Detlev Kahmen beschäftigt.

In der BfGT-Vorstandssitzung vom 18.02.2008 berichtete die für Alfried Gutsche in den Rat nachgerückte Frau Brand (früher Witt) von einem „unmoralischen Angebot der CDU-Fraktion“. Die CDU, bzw. Mitglieder der Fraktion würden ihrem Lebensgefährten, mit dem sie eine Fernbeziehung unterhielt und der im Hunsrück eine Firma für Fenster und Wintergärten betreibt, „bei einem Umzug nach Gütersloh behilflich sein und ihn Auftragsmäßig unterstützen“.

Frau Brand (Witt) selbst bezeichnete dieses Angebot als „unmoralisch und zugleich empörend“ und versicherte gegenüber dem Vorstand nochmals, nicht austreten zu wollen, der BfGT nicht zu schaden und bei eventuellen Konfliktsituationen das Ratsmandat an den Verein zurückzugeben. In diesem Zusammenhang berichtete sie ebenfalls, dass es nicht nur in der CDU Bestrebungen gibt, die Fraktion der BfGT „zu zerschlagen“, sondern dass sie diesbezgl. auch Gespräche mit anderen Fraktionen geführt hätte. Sie hielt dieses Vorhaben für verwerflich und kritisierte die Aktivitäten anderer Fraktionen, ohne sie jedoch namentlich zu nennen. Trotzdem verließ Frau Brand im April 2008 die Fraktion, ohne ihr Ratsmandat zurückzugeben.

Mit Austritt Frau Brands (Witt) verloren die BfGT ihren Fraktionsstatus und auch die Mitarbeiterin der Geschäftsstelle verlor ihren Arbeitsplatz, da zugleich die Zuschüsse gestrichen wurden. Bei Rückgabe ihres Mandates wäre ein Vertreter nachgerückt, der Fraktionsstatus hätte Bestand gehabt. 

Vorstand der BfGT und Mitglieder der ehemaligen Fraktion bedauern, wie gewählte Bürgervertreter in relativ kurzer Zeit dem Lockruf der Macht und des Geldes erliegen konnten.

In der Augustsitzung des Rates bestand die Möglichkeit, unsere sachkundigen Bürger wieder in die Ausschüsse zu wählen.

Es lag in den Händen der politischen Mehrheit zu entscheiden, ob die BfGT-Mitglieder ihre Arbeit wieder aufnehmen könnten. Trotz eines Vermittlungsversuches der Bürgermeisterin stimmten CDU, GRÜNE und FDP gegen den Antrag und verweigerten somit den 13 sachkundigen Bürgern der BfGT die Fortsetzung ihrer Arbeit.

Dieses nicht sehr positive Kapitel musste in meinem Lebensbericht erwähnt werden, da es für mich zur Schicksalsfrage wurde. Ich konnte nicht mehr, wollte aufgeben und hinschmeißen. So geht man nicht mit der Demokratie um. Ich hatte viel über Abwerbungen gelesen und „dass Politik ein schmutziges Geschäft sei“. Jetzt bekam ich es selbst zu spüren.

Die Mitglieder der ehemaligen BfGT Fraktion erklärten, ihre Arbeit auch außerhalb der offiziellen Gremien weiterzuführen und ihr Engagement für die Bürger trotzdem fortzusetzen und forderten mich auf, dabei zu bleiben und nicht aufzugeben! Denn genau das wollten die „Demokraten“ mit ihren Angeboten an unsere ehemaligen Ratsmitglieder erreichen. Meine Mitstreiter, Freund und Bekannten überzeugten mich. Gegenüber den fast 3.300 Wählern, die uns vertrauten, wäre es unfair gewesen, das Handtuch zu schmeißen, und somit das in uns oder auch in mich persönlich gesetzte Vertrauen zu enttäuschen. So entschloss ich mich weiter zumachen.

In einer Umfrage unter den Vereinsmitgliedern sprachen sich alle Mitglieder dafür aus, zu den Kommunalwahlen 2009 erneut anzutreten.

Am 30.08.2009 schafften wir das, was andere uns weder gegönnt, noch für möglich gehalten hatten. Die BfGT legte  zu und erreichte 5 Sitze im neuen Rat. Wahlergebnis Sitzverteilung

Auch die Bürgermeisterwahlen verliefen für mich positiv. Nach dem dritten Platz im Jahr 2004 wurde ich - mit leichten Stimmgewinnen - erneut Dritter und das sogar noch vor der Landtagsabgeordneten der Grünen!

Kommunalwahlen 2014: Ein riesengroßes Dankeschön an alle, die der BfGT ihre Stimme gaben ... ein ebenso großes und herzliches Dankeschön an alle Pavenstädter, die mich persönlich wählten und somit das Direktmandat ermöglichten ... Zum ersten Mal erzielte die BfGT ein zweistelliges Ergebnis. Über 11%, knapp 2,2% hinzugewonnen ... Mit 6 Sitzen im Rat ist die BfGT - gleichauf mit den Grünen - drittstärkste Kraft in der neuen Ratsperiode ... Danke an alle, die uns gewählt und somit ihr Vertrauen ausgesprochen haben ... Freunde, das war SPITZE !!! Dazu das Direktmandat in Pavenstädt ... Einfach überwältigend ... Danke !!! Sonderseite Wahlergebnis/Sitzverteilung

Bürgermeisterwahlen 2015: Die Mitglieder der BfGT wählten mich am 02. Juli einstimmig zu ihrem Bürgemeisterkandidaten

Bürgermeisterwahl: Das war knapp … Von ca. 31.300 abgegebenen Stimmen fehlten nur 173, um die Stichwahl am 27. September zu erreichen … Henning Schulz (45,19%), Matthias Trepper (22,59%), Nobby Morkes (22,03%), Anke Knopp (9,35%), Alex Michel (0,85%) … Trotzdem … Ein Superergebnis!!! In meinem direktem Wahlkreis Pavenstädt konnte sogar der Stimmenanteil gegenüber der Kommunalwahl im letzten Jahr um über 10% ausgebaut und somit ein weiteres Mal mit 36,42% die Kandidaten der CDU und SPD auf Platz zwei und drei verwiesen werden … Sonderseite

Ausführliche Information über die BfGT Bürger für Gütersloh auf der Homepage:www.bfgt.de

Bis demnächst und vielen Dank für Ihr Interesse an meinem bisherigen und vielleicht auch zukünftigen Leben

Nobby Morkes